Vortrag: Drohnen - Entwicklung und Gefahren von autonomen Waffensystemen

Dr. Niklas Schörnig sprach in seinem Vortrag über autonome Waffensysteme und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Von einzelnen technischen Innovationen in der Drohnenindustrie bis hin zur Entwicklung von autonomen Waffensystemen und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Liebe Freunde, Mitglieder und Interessierte,

nach dem Workshop über Cyberpolitik letzte Woche, folgte nun diese Woche Donnerstag, den 01.03.2018, ein Vortrag über autonome Waffensysteme und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Aus Frankfurt angereist, nahm sich Dr. Niklas Schörnig die Zeit, um über die Innovationen der Drohnenindustrie und der Entwicklung von künstlichen Intelligenzen (KI) zu erzählen. Herr Dr. Schörnig forscht am Leibniz Institut Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung zu der Zukunft des Krieges und der Rüstungskontrolle. Dazu gehört ebenfalls die Transformation des Militärs, an die sich auch die Robotisierung der Streitkräfte anschließt. Mit dieser Expertise konnte er dem Publikum Interessantes aus seinem Fachgebiet vermitteln.
Um alle auf den neuesten Stand der Kriegsführung zu bringen, erklärte Dr. Schörnig die „neue westliche Kriegsführung“. Kurz erklärt zielt diese auf die Vermeidung von eigenen und zivilen Verlusten ab. Im Fokus dabei bleibt aber die Vermeidung von eigenen Opfern. Erreicht werden soll dieses Ziel durch Outsourcing an privaten „Sicherheitsfirmen“, Arbeitsteilung (z.B. nur in der Luft zu kämpfen) oder eben die Robotisierung der Streitkräfte.
Erstaunlich ist dabei, wie fortgeschritten die Robotisierung der Streitkräfte mancher Länder bereits ist. So sind 40% der US-amerikanischen Flugsysteme unbemannt, 12 Länder verfügen bereits über bewaffnete Drohnen und 18 weitere, unter anderem Deutschland, streben danach. Jedoch könnten bewaffnete Drohnen wie wir sie heute kennen bald veraltet sein. Sie eignen sich nämlich nur zur Überwachung und bei Luftüberlegenheit. Allerdings steht die neue Generation schon vor der Tür. Diese soll durch höhere Geschwindigkeiten und einem größeren möglichen Einsatzgebiet gerüstet für zwischenstaatliche Kriege sein.
Die Drohnen der Zukunft sollen jedoch nicht nur unbemannt sein, sondern auch autonom agieren. Dafür ist künstliche Intelligenzen notwendig. Der heutige Stand der Technik von KIs lässt sich am besten am Beispiel des chinesischen Spiels „Go“ darstellen. Es besteht bereits seit über zweitausend Jahren und ist extrem komplex. Eine selbstlernende KI namens „Alpha Go Zero“, der nur die Grundregeln beigebracht wurde, benötigte jedoch nur 4 Tage des Erlernens, um einen Großmeister mit jahrelanger Erfahrung zu schlagen.
Am Ende des Vortrags blieb jedoch auch die Kritik an autonomen Waffensystemen nicht aus. Sollte ein Mensch als „moralische Instanz“ zwischengeschaltet sein? Wie sicher und verlässlich sind diese autonomen Waffensysteme? Wie sieht es völkerrechtlich mit dem Einsatz von Drohnen aus?

Diese letzte Frage wird insbesondere nächste Woche Donnerstag, 08.03.18, beantwortet. Dann spricht Dr. Denis Basak über die völkerrechtlichen Aspekte von Drohneneinsätzen.

Wir freuen uns auf euch.